Eine Alternative

Da wir in Deutschland über einen relativ hohen medizinischen Standart verfügen, werden Eltern, deren Kind möglicherweise mit einer Behinderung zur Welt kommt immer wieder vor die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten gestellt.

1. Das Kind mit der Behinderung zur Welt kommen lassen.
2. Das Kind abtreiben und das zur Not, dass heißt, falls die Behinderung erst sehr spät bemerkt wird, auch sehr viel später als üblich.

Zumindest für Spina bifida trifft das nicht zu!! Hier gibt es eine eindeutig positivere Alternative: Die rechtzeitige Gabe von Folsäure. (Also bin ich wieder bei meinem Thema, lächel)
Warum ist die Möglichkeit Sb zu verhindern so wichtig, wenn doch die unterschiedlichen Statistiken bezeugen, dass nur ein Kind von tausend mit Spina bifida geboren wird? Andere sprechen von einhundertfünfzig bis dreihundert Kindern im Jahr. Das sind doch gar nicht so viele - könnte man argumentieren. Aber immerhin müssen bis zu dreihundert Kinder - und später Erwachsene - im Jahr mit dieser Behinderung leben und zurechtkommen. Und deren Familien werden ebenfalls starken Spannungen ausgesetzt und müssen - unnötigerweise!! - schwere Probleme meistern.

Dazu kommt der wirtschaftliche Aspekt. Ich meine hier nicht die Frage, ob Behinderte so leistungsfähig sind, wie nicht Behinderte. Ich meine die leidige Kostendiskussion der Krankenkassen.

Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass Behinderte und chronisch Kranke, durch den hohen Hilfmittelbedarf und die häufigeren Krankenhausaufenthalte, mehr Kosten verursachen, als nicht Behinderte. Aber wenn es eine Möglichkeit gibt die Kosten dadurch zu senken, dass Frauen prophylaktisch Folsäure verschrieben wird - weil so deutlich weniger Kinder mt SB und einigen andere Geburtsfehlern zur Welt kommen - ist das, zummindest in Deutschland, kaum einer Frau bekannt.

Zugegeben: Die Folsäurepräparate wirken "nur" in 75 % aller Fälle. Es bleiben also, wenn man von 300 "Spina Kindern" im Jahr ausgeht immer noch 75 Kinder pro Jahr übrig, die, obwohl die Mütter rechtzeitig Folsäure bekommen haben, mit Spina bifida geboren werden. Und für die Eltern dieser Kinder ist es sicher keine Erleichterung zu erfahren, dass 225 Kinder durch Folsäure ohne Sb zur Welt kommen.

Aber: Dann haben wir immerhin pro Jahr 225 Kinder mehr in Deutschland, die - sofern sie nicht durch einen Unfall eine Behinderung bekommen - den grössten Teil ihres Lebens ohne auf Rollstuhl oder Stöcke angewiesen zu sein, leben können.
Inkontinenz, Druckstellen und andere Probleme, die einem Rollstuhlfahrer meist viel mehr Schwierigkeiten bereiten, als die Tatsache, dass er auf einen Rollstuhl angewiesen ist, fallen ebenfalls weg.

Das wäre immerhin ein Anfang und den sollten wir meiner Meinung nach machen.

Ihr/ Euer

Peter

 
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